{"id":6188,"date":"2022-06-29T16:30:00","date_gmt":"2022-06-29T14:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/finalix.com\/?p=6188"},"modified":"2024-06-20T09:36:43","modified_gmt":"2024-06-20T07:36:43","slug":"finalix-sustainable-finance-roundtable","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/finalix.com\/de\/finalix-sustainable-finance-roundtable\/","title":{"rendered":"finalix Sustainable Finance Roundtable"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"6188\" class=\"elementor elementor-6188 elementor-6183\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-3eaec8d1 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"3eaec8d1\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\" data-settings=\"{&quot;jet_parallax_layout_list&quot;:[]}\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-2e8cd316\" data-id=\"2e8cd316\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-984db50 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"984db50\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n<p>Am 15. Juni 2022 fand der erste finalix Sustainable Finance Roundtable statt. Dabei haben wir mit Vertretern aus dem Finanzdienstleistungssektor sowie Banking gemeinsam best\u00e4tigt, dass es nach wie vor einen grossen Interpretationsspielraum bei den einzelnen Regulierungspaketen des \u00abEU-Action Plan\u00bb gibt.<\/p>\n<p><br><\/p>\n<p><\/p>\n<p>Am Beispiel SFDR \u2013 haben wir gesehen, dass die Auswirkung der einzelnen Produktkategorien, sprich Art. 6, 8 &amp; 9, auf die Finanzteilnehmer, unterschiedlich wahrgenommen wird. Finanzinstrumente welche dem Art. 6 entsprechen und keinen Fokus auf Nachhaltigkeit haben, aber Nachhaltigkeitsrisiken ber\u00fccksichtigen bzw. transparent machen m\u00fcssen, werden von einigen Teilnehmer als in Zukunft nicht mehr relevant eingestuft. Auf der Gegenseite wird aber durchaus eine Daseinsberechtigung aus Sicht des Kunden argumentiert, da dieser entsprechende Risiken f\u00fcr seine Investitionen ber\u00fccksichtigen will (z.B. Emerging Markets). F\u00fcr Art. 8 &amp; 9 Produkte (auch \u00abgr\u00fcne\u00bb oder \u00abdunkelgr\u00fcne\u00bb Finanzinstrumente) stellt sich diese Frage nicht, da solche Produkte den Kern einer als nachhaltig definierten Investition nach SFDR darstellen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Des Weiteren nimmt SFDR das Thema Greenwashing auf. Die Regulierung grenzt den Begriff durch ihre Definitionen von nachhaltigen Finanzinstrumenten ein. Sie verlangt strenge Mindestoffenlegungsstandards auf Produkt- und Unternehmensebene. Diese Eingrenzung und Pr\u00e4zisierung wird von den Teilnehmern als positive Entwicklung eingestuft.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Generell besteht \u00dcbereinstimmung, dass sich die einzelnen Regulierungspakete teilweise &nbsp;widersprechen. Zum Beispiel kann sich eine als nachhaltig eingestuftes Finanzinstrument im Sinne der SFDR und der EU-Taxonomie unterscheiden. Der EU-Action-Plan bildet jedoch eine Basis f\u00fcr Standards des \u201cSustainable Investing\u201d in der Finanzindustrie und repr\u00e4sentiert damit den Anfang einer ganzen Reihe von weiteren Regulierungen weltweit (u.a. CH, Singapore, UK).<\/p>\n<p><br><\/p>\n<p><\/p>\n<p>Es stellt sich auch die Frage wie eine Sanktionierung der Regulierungspakete durchgesetzt wird bzw. ob es \u00fcberhaupt Sanktionen bzw. Strafen geben wird.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Als eine der zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung sehen die Teilnehmer eine eindeutige und erkl\u00e4rbare Klassifizierung der Finanzinstrumente bzw. die Art und Weise einer aussagekr\u00e4ftigen Profilierung des Kunden, welche auch durch den BankberaterIn vermittelt werden kann.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>\u00abSustainable Investing\u00bb folgt traditionell drei Kundenmotivationen im Sinne von Investmentpr\u00e4ferenzen:<\/p>\n<p><\/p>\n<ul>\n<li>Investoren die ihre pers\u00f6nlichen Werte durch Investments verwirklichen wollen,<\/li>\n<li>Investoren, die einen nachhaltigen \u00abImpact\u00bb durch ihre Investments erzielen wollen ODER<\/li>\n<li>Investoren denen nachhaltige Faktoren egal sind, diese aber auch nicht grunds\u00e4tzlich ausschliessen, sofern einen maximale \u00abPerformance\u00bb der Investitionen gew\u00e4hrleistet wird<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>\n<p><br><\/p>\n<p>Dies generiert bei der zwingenden Profilierung der Kunden zu Nachhaltigkeitspr\u00e4ferenzen, im Kontext der aktualisierten MiFID II, ein Spannungsfeld. Dabei m\u00fcssen die Kategorien der SFDR, der Taxonomie aber auch der PAIs (Principle Adverse Impacts) dem Kunden verst\u00e4ndlich und in einfacher Sprache erkl\u00e4rt werden. Eine gleichzeitige Abfrage der traditionellen Kundenmotivationen f\u00fcr Sustainable Investing kann den Kunden leicht (und den BankberaterIn) \u00fcberfordern und gestaltet sich deshalb als herausfordernd. Eine L\u00f6sung k\u00f6nnte hier Storytelling bieten, dessen Ziel es ist, komplexe Zusammenh\u00e4nge einfach nachvollziehbar zu vermitteln und damit ein befriedigendes Verst\u00e4ndnis des Kunden zu erreichen. Ein Teilnehmer hebt hervor, dass das Storytelling einen outside-in Ansatz w\u00e4hlen sollte (was will der Kunde). Dem wird entgegnet, dass dies unter den regulatorischen Rahmenbedingungen schwierig zu verwirklichen sei. Dies beschreibt das Spannungsfeld zwischen outside-in und inside-out Sicht im Storytelling. Bezugnehmend auf eine Publikation von Morningstar, wird ausserdem hervorgehoben, dass die junge Generation vor allem Transparenz und umfangreiche Optionen im Sinne nachhaltiger Anlagen verlangen. Dies unterst\u00fctzt die Argumentation hin zu einer \u00abinside-out\u00bb Ausrichtung der Bank.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><em><u>Outside-in (was will der Kunde) vs. Inside-out (aus der aggregated confusion Daten zu Verf\u00fcfung stellen)<\/u><\/em><\/p>\n<p><em><u><br><\/u><\/em><\/p>\n<p><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"451\" height=\"204\" src=\"https:\/\/finalix.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Outside-in-vs.-inside-out-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6189\"><\/figure>\n<p><\/p>\n<p><br><\/p>\n<p>Die \u00abInside-out\u00bb Sicht kann ausserdem f\u00fcr eine Einordnung der aktuellen Datenlage im Kontext des \u00abEU-Action-Plan\u00bb herbeigezogen werden. Momentan herrscht in diesem Zusammenhang noch keine Klarheit. Das EET (European ESG Template), der Findatex, mit 600 Datenfeldern, ist sehr komplex und aktuell nur f\u00fcr die Anlageklassen strukturierte Produkte und Fonds angedacht. F\u00fcr andere Anlageklassen m\u00fcssen die Daten aus anderen Quellen bezogen &nbsp;werden. Da unter den Teilnehmern Hersteller aber auch Vertreiber von Finanzinstrumenten anwesend waren, wurde nochmals die Wichtigkeit des EETs aus Vertriebssicht bekr\u00e4ftigt. Es besteht die Erwartungshaltung, dass dieses von den Herstellern ausgef\u00fcllt zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Als Herausforderung wird hier gesehen, dass ausserhalb der EU hergestellte Finanzinstrumente (z.B. USA oder Asien) keine nach dem \u00abEU-Action-Plan\u00bb standardisierte Kategorisierung zu Nachhaltigkeitskriterien haben werden. Dies ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass dort ans\u00e4ssige Unternehmen und Hersteller die Daten nicht zur Verf\u00fcgung stellen werden. Auch wird eine Umstellung hin zu dieser Kategorisierung einen Impact auf Kundenportfolios haben. Zum Beispiel, viele aktuell nachhaltige Instrumente auf Basis einer bankeigenen ESG-Logik, werden dies nach Anwendung der EU-Taxonomie nicht mehr sein. Dies wird sich direkt im \u00abSuitability-Report\u00bb der Kunden widerspiegeln.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br><\/p>\n<p>Zusammenfassend wurde festgehalten, dass vor allem eine Verankerung von Sustainable Finance und ESG-Kriterien in der Firmenstrategie eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr eine unternehmensweite Umsetzung von Nachhaltigkeit ist, dies bis heute jedoch \u00e4usserst selten beobachtet werden kann. Mit einer Verankerung von Sustainable Finance in der Firmenstrategie w\u00fcrde die Frage nach dem \u201c<strong>Warum<\/strong>\u201d (Warum ist Sustainable Finance f\u00fcr unser Unternehmen und unsere Kunden wichtig und welche Ziele ergeben sich daraus?) in den Mittelpunkt r\u00fccken, w\u00e4hrend gegenw\u00e4rtig h\u00e4ufig allein die Frage nach dem \u201c<strong>Wie<\/strong>\u201d (Wie setzen wir die regulatorischen Anforderungen um?) im Vordergund steht und eine strategische Reflektion von Sustainable Finance ausbleibt \u2013 eine vertane Chance f\u00fcr den Finanzsektor. Zum Thema \u00abaggregated confusion\u00bb ist zu sagen, dass der EU Action Plan eine wichtige Grundlage bildet, auf deren Basis sich mit der Zeit eine einheitliche Sprache bzw. ein Industriestandard bilden wird, der daf\u00fcr sorgt, dass Banken und Kunden in naher Zukunft ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Sustainable Finance haben werden. Dies hilft den Banken bei ihren Implementierungsaktivit\u00e4ten als auch im Gespr\u00e4ch mit ihren Kundinnen und Kunden, die auch beim Thema Sustainable Finance stets im Mittelpunkt stehen sollten.&nbsp;<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br><\/p>\n<p>Referenzen zu den in der Zusammenfassung aufgegriffenen Studien:<\/p>\n<p><\/p>\n<ul>\n<li>Aggregate Confusion: The Divergence of ESG Ratings (<a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3438533\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/li>\n<li>The state of ESG disclosure in Asset &amp; Wealth Management \u2013 From fund issuer to end investor (<a href=\"https:\/\/www.pwc.ch\/de\/insights\/finanzdienstleistungen\/nachhaltige-fonds-im-aufwind.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. 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